Brantner wirbt um enttäuschte FDP-Wähler – und warnt vor liberaler Lücke
Jonas HofmannBrantner wirbt um enttäuschte FDP-Wähler – und warnt vor liberaler Lücke
Franziska Brantner, Co-Vorsitzende der Grünen, hat sich an ehemalige Wähler der FDP gewandt. Ihr Appell kommt zu einer Zeit, in der der politische Einfluss der Freien Demokraten stark geschwunden ist – die Partei ist derzeit nicht mehr im Bundestag vertreten. Brantner argumentiert, dass die liberale Demokratie in der aktuellen politischen Lage breitere Unterstützung benötige.
Die Präsenz der FDP in der Bundespolitik ist in den vergangenen fünf Jahren zusammengebrochen. Nach 92 Mandaten bei der Bundestagswahl 2021 liegt die Partei in Umfragen vom März 2026 nur noch bei 3 Prozent – unter der Fünf-Prozent-Hürde, die für den Einzug in den Bundestag erforderlich ist. Dieser Absturz hat sie ohne Sitze im 630 Abgeordnete zählenden Parlament zurückgelassen.
Brantner verwies auch auf die Schwäche der FDP in den Landesparlamenten. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz führten jüngste Wahlen zu Vier-Parteien-Landtagen mit CDU, Grünen, SPD und AfD. Das Fehlen der FDP in diesen Bundesländern habe, so Brantner, die liberale Vertretung geschwächt.
Ihr Aufruf an ehemalige FDP-Anhänger erinnert an eine frühere Initiative von Cem Özdemir, dem damaligen Grünen-Co-Chef. Brantner betonte, dass liberale Demokratie auf der Eigenverantwortung der Bürger basiere und nicht auf staatlicher Kontrolle. Sie rief die Wähler dazu auf, Parteien zu unterstützen, die diese Werte hochhalten.
Der Niedergang der FDP hat die politische Landschaft Deutschlands verändert und eine Lücke für liberale Stimmen hinterlassen. Brantners Appell richtet sich an Wähler, die einst die FDP wählten, nun aber kaum noch Alternativen haben. Die Initiative der Grünen deutet darauf hin, dass die Partei vor künftigen Wahlen die Unterstützung für demokratische Grundsätze stärken will.






