08 April 2026, 08:13

Brandts Witwe attackiert SPD: "Hat ihre Arbeiterwurzeln verraten"

Deutsches Propagandaplakat aus dem Zweiten Weltkrieg, das bewaffnete Soldaten in Helmen mit dem Text 'Wiener Kommmerzial Bank' am unteren Rand zeigt.

Brandts Witwe attackiert SPD: "Hat ihre Arbeiterwurzeln verraten"

Brigitte Seebacher, die Witwe des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, hat die SPD in einem aktuellen Gastbeitrag für Die Welt öffentlich scharf kritisiert. Ihre Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei mit sinkender Unterstützung zu kämpfen hat – ihr Rückhalt ist um fast zehn Prozentpunkte eingebrochen. Seebacher, die die SPD 1995 verließ, stellte infrage, ob die Partei noch ihre traditionellen Wurzeln als Arbeiterpartei vertritt.

In ihrer Kritik richtete sich Seebacher gegen die politische Ausrichtung der SPD und warf der Partei vor, ihre Identität als Vertretung der Arbeiterschaft aufgegeben zu haben. Statt frischer Ideen setze sie zu sehr auf Nostalgie und Sozialpolitik, so Seebacher. Zudem prangerte sie an, dass die SPD sich einer "vorbildlichen politischen Korrektheit" verschrieben habe – eine Haltung, die sie als problematisch bezeichnete.

Besonders nahm sie den scheidenden rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer ins Visier und spottete über dessen vegane Ernährung, die sie als Symbol für die Entfremdung der SPD von der Basis wertete. Seebacher ging noch weiter und deutete an, dass der Niedergang der SPD sie zu einem schwachen Partner für künftige Koalitionen mache. Dem Wahlgewinner in Rheinland-Pfalz riet sie, sich gut zu überlegen, ob ein Bündnis mit der Partei sinnvoll sei.

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In einer grundsätzlichen politischen Betrachtung merkte sie an, dass "auch Parteien nicht für die Ewigkeit gemacht" seien. Seebacher ging sogar so weit, der CDU eine bessere Zusammenarbeit mit der AfD nahezulegen als mit der geschwächten SPD.

Ihre Kolumne spiegelt die wachsende Unzufriedenheit mit dem aktuellen Kurs der SPD wider. Die Äußerungen unterstreichen die Sorgen über den schwindenden Zuspruch und die veränderten Prioritäten der Partei. Angesichts der bevorstehenden Wahlen wird die Debatte über ihre künftige Rolle in der deutschen Politik voraussichtlich weiter an Fahrt aufnehmen.

Quelle