27 March 2026, 16:09

Brandenburgs Schulen kämpfen mit Rekordlehrermangel und politischer Schuldzuweisung

Offenes Buch mit detaillierter Landkarte von Brandenburg auf schwarzem Hintergrund.

Brandenburgs Schulen kämpfen mit Rekordlehrermangel und politischer Schuldzuweisung

Brandenburgs Bildungssystem steht vor wachsenden Herausforderungen, da ein Rekordlehrkräftemangel die Schulen an ihre Grenzen bringt. Seit Anfang dieses Jahres müssen die meisten Lehrkräfte eine zusätzliche Stunde pro Woche unterrichten. Die Krise hat eine hitzige Debatte zwischen dem neuen Bildungsminister und Oppositionspolitikern über die Verantwortung für die Misere ausgelöst.

Der neue Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU), der das Amt übernahm, nachdem die SPD es mehr als 30 Jahre lang innehatte, macht die verschärfte Lehrkernot auf Stellenstreichungen unter der vorherigen SPD-BSW-Regierung verantwortlich. Hoffmann zufolge haben diese Kürzungen die Schulen unter enormen Druck gesetzt.

Der Haushalt 2025 verschärfte die Krise weiter, indem 345 Vollzeitstellen im Lehrbereich gestrichen wurden. Unterdessen hat sich die Sahra-Wagenknecht-Allianz (BSW), einst Koalitionspartner der SPD, von der Bildungspolitik ihres früheren Bündnispartners distanziert. Die BSW-Landesvorsitzende Friederike Benda bezeichnete den Kurs der SPD als Fehler und warf den früheren Ministern Steffen Freiberg und Robert Crumbach vor, Personalabbau und höhere Arbeitsbelastungen vorangetrieben zu haben.

Benda wies Hoffmanns Vorwürfe als "lächerlich" zurück und argumentierte, die Probleme im Brandenburger Bildungssystem seien das Ergebnis von drei Jahrzehnten SPD-Führung – und nicht nur eines einzigen Jahres. Gleichzeitig verwies sie auf aktuelle Daten, die Fortschritte in der Lehrerausbildung belegen: In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl der Lehramtsstudierenden um 15 Prozent, und die Vermittlungsquote der Absolventen verbesserte sich von 85 auf 92 Prozent. Diese Werte übertreffen die benachbarter Bundesländer wie Sachsen (10 Prozent Wachstum, 88 Prozent Vermittlung) und Thüringen (8 Prozent Wachstum, 86 Prozent Vermittlung).

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Trotz dieser Erfolge kämpfen die Schulen weiterhin mit steigenden Anforderungen. Die zusätzliche Unterrichtsstunde, die in diesem Jahr eingeführt wurde, belastet die ohnehin schon überlasteten Lehrkräfte zusätzlich.

Der Streit offenbart tiefe Gräben in der Brandenburger Bildungspolitik. Mit weniger Vollzeitstellen und wachsenden Arbeitsbelastungen verschärft sich die Situation für die Lehrkräfte zusehends. Die Diskussion über die Verantwortung wird voraussichtlich anhalten, während die Schulen sich an die jüngsten Kürzungen und Anforderungen anpassen müssen.

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