26 March 2026, 16:09

Brandenburgs Schulen kämpfen mit Rekord-Schülerzahlen und massivem Lehrermangel

Menschenmenge mit Fahnen und Plakaten vor dem Brandenburger Tor in Berlin, mit einer Fahne auf der rechten Seite.

Brandenburgs Schulen kämpfen mit Rekord-Schülerzahlen und massivem Lehrermangel

Brandenburg steht vor dem schwersten Lehrkräftemangel seiner Geschichte – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem die Schülerzahlen einen Rekordwert erreichen. Mit über 323.000 eingeschulten Kindern und Jugendlichen hat der Haushalt 2025 nun 345 Vollzeitstellen im Lehrbereich gestrichen und die Krise weiter verschärft. Der neue Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) warnte, dass Schulen im kommenden Jahr möglicherweise nicht mehr den vollständigen Lehrplan umsetzen können.

Die Personalknappheit hat sich über Jahre zugespitzt. Schon im letzten Schuljahr verhinderten Budgetbeschränkungen die Einstellung vieler Quereinsteiger, sodass viele Stellen unbesetzt blieben. Lehrkräfte springen bereits seit Anfang 2024 regelmäßig ein – die meisten unterrichten mittlerweile eine zusätzliche Stunde pro Woche.

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Gegen die jüngsten Kürzungen formiert sich Widerstand: Pädagogen protestieren, da die Klassen bereits jetzt überlastet seien. Hoffmann, der kürzlich das Amt von seiner SPD-Vorgängerin übernahm, räumte ein, dass er für das kommende Schuljahr keine vollständige Personaldecke garantieren könne. Seine geplanten Reformen zielen zwar auf die Förderung von Lese- und Rechenkompetenz ab, doch der Wegfall von 345 Stellen erschwert die Umsetzung erheblich.

Auch andere Bundesländer kämpfen mit Lehrermangel, doch nirgends ist die Lage so angespannt wie in Brandenburg. Nordrhein-Westfalen verzeichnete einen leichten Rückgang ausgefallener Unterrichtsstunden (4,4 % im Schuljahr 2025/26), während Sachsen-Anhalt auf 2.500 Quereinsteiger setzt – das entspricht 15 Prozent des Lehrkörpers. Brandenburg hingegen verfügt über keine solche Pufferlösung, da die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt.

Das anstehende Schuljahr bringt eine historische Spitzenbelastung mit sich: Noch nie waren in Brandenburg so viele Schüler zu unterrichten – bei gleichzeitigem Personalmangel. Zwar sind 250 zusätzliche Stellen geplant, doch die bereits gestrichenen 345 fehlen. Hoffmanns Reformen müssen nun sowohl die Gewinnung neuer Lehrkräfte als auch deren Bindung an die Schulen vorantreiben, um die Klassen zu entlasten.

Quelle