Brandenburgs Digitaloffensive an Schulen scheitert an Bürokratie und Technikpannen
Theo MayerBrandenburgs Digitaloffensive an Schulen scheitert an Bürokratie und Technikpannen
Brandenburgs Schulen sollten Vorreiter beim digitalen Lernen sein – mit schnellem WLAN, Hochgeschwindigkeits-Internet und einem Endgerät für jeden Schüler. Das Bildungsministerium des Landes steckte sich ehrgeizige Ziele: besseres Lernen, gleiche Bildungschancen und stärkere Grundkompetenzen durch Technik. Doch ein genauer Blick offenbart eine tiefe Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Trotz Millionenförderung und neuer Werkzeuge wie einem KI-Chatbot kämpfen viele Schulen weiterhin mit langsamen Verbindungen, ungenutzten Geräten und überlasteter IT-Betreuung. Je tiefer man gräbt, desto deutlicher wird: Bürokratie und technische Pannen bremsen den Fortschritt aus.
Der ursprüngliche Plan klang simpel: Brandenburgs weiterführende Schulen sollten als Modell für Deutschlands Digitaloffensive dienen. Im Fokus standen WLAN-Ausbau, Laptops, Lernplattformen und Lehrerfortbildungen. Über 121,1 Millionen Euro flossen im Rahmen des DigitalPakt Schule-Programms in die Ausstattung. Seit dem Schuljahr 2025/2026 hat zudem jede öffentlich finanzierte Schule Zugang zu Telli, einem kostenlosen, datenschutzkonformen KI-Chatbot.
Doch die Praxis sieht anders aus. Cottbus, Brandenburgs zweitgrößte Stadt, hat über 716.000 Euro in die Digitalisierung seiner vier Gymnasien investiert – trotzdem bleiben Lücken. Im Landkreis Spree-Neiße teilen sich zwei Schulen eine einzige 200-Mbit-VDSL-Leitung, was Videokonferenzen im Klassenverband unmöglich macht. Im Landkreis Barnim wiederum lagern staatlich bereitgestellte iPads und Laptops ungenutzt in Depots – blockiert durch administrative Hürden und mangelndes Management.
Die Probleme gehen jedoch über die Hardware hinaus. In Brandenburg an der Havel ist für 23 Schulen nur ein einziger IT-Administrator zuständig – jede weiterführende Schule erhält gerade einmal 15 Stunden Support pro Monat. Ein zentrales Problem ist die Zuständigkeitszersplitterung: Während das Land für interne Schulangelegenheiten verantwortlich ist, obliegt die IT-Infrastruktur den Kommunen. Diese Aufteilung führt häufig zu Verzögerungen und Chaos.
Es gibt auch Lichtblicke. Der Landkreis Dahme-Spreewald sticht mit Glasfaseranschlüssen, stabilen WLAN-Netzen und digitalen Whiteboards an seinen Gymnasien hervor. Doch solche Erfolge bleiben die Ausnahme – nicht die Regel.
Brandenburgs Digitalisierungsoffensive im Bildungsbereich hat zwar Fortschritte gemacht: Gelder sind bewilligt, neue Tools eingeführt. Doch langsames Internet, ungenutzte Geräte und unterbesetzte IT-Teams behindern weiterhin den Schulalltag. Die Vision von gleichen Bildungschancen durch Technik scheitert noch immer an großen praktischen Hindernissen. Ohne bessere Abstimmung zwischen Behörden und mehr Unterstützung für die Schulen wird die Lücke zwischen Versprechen und Realität bestehen bleiben.
Brandenburg's DigitalPakt Schule: 100% Funding Approved by 2024, But Gaps Remain
The DigitalPakt Schule program secured 100% funding approval by 2019-2024, yet implementation challenges persist. Key developments include:
- 738 schools now have access to the Schul-Cloud Brandenburg (as of August 2023)
- The ITS project aims to develop adaptive learning systems with 55.6 Mio.€ allocated until March 2026
- Despite these investments, practical issues like underused devices and inadequate IT support continue to hinder progress






