Brandenburgs christliche Krankenhäuser kämpfen ums Überleben vor der Reform
Clara HartmannBrandenburgs christliche Krankenhäuser kämpfen ums Überleben vor der Reform
Christliche Krankenhäuser in Brandenburg stehen vor existenziellen Finanzproblemen
Während die deutsche Krankenhausreform Gestalt annimmt, kämpfen christliche Krankenhäuser in Brandenburg mit massiven finanziellen Belastungen. Da bereits 80 Prozent der Einrichtungen in der Region Verluste schreiben, fordern kleinere Träger Sonderregelungen, um Schließungen oder drastische Kürzungen zu vermeiden. Der Verband der christlichen Krankenhäuser, der jährlich 185.000 Patienten versorgt und 5.500 Mitarbeiter beschäftigt, warnt: Ohne Unterstützung könnten viele die Umbrüche nicht überstehen.
Die Krise trifft Brandenburg hart. Bis Anfang 2026 arbeiteten 18 der 28 Krankenhäuser des Landes defizitär – darunter die Westbrandenburg-Klinik in Brandenburg an der Havel, die Uckermark-Klinik in Schwedt und die Spreewald-Klinik in Lübben. Der Verband verzeichnete zwar 2024 Erlöse in Höhe von 530 Millionen Euro, doch Inflation und steigende Personalkosten setzen die Häuser unter Druck.
Die ehemalige Gesundheitsministerin Britta Müller hatte sich einst für den Ausbau von Polikliniken ausgesprochen, um die Zusammenarbeit zwischen stationärer und ambulanter Versorgung zu verbessern. Nun verspricht die neue SPD/CDU-Koalition, Standorte entweder als Vollkrankenhäuser oder ambulante Zentren zu erhalten. Doch die Immanuel Albertinen Diakonie besteht darauf, dass kleinere Häuser maßgeschneiderte Ausnahmen in der Reform brauchen. Pauschale Vorgaben, so die Befürchtung, könnten sie zwingen, sich auf Behandlungszentren zu spezialisieren – oder ganz zu schließen.
Einrichtungen in Potsdam, Bad Belzig und Bernau fordern nun bundesweite Hilfen, um die explodierenden Kosten zu stemmen. Ohne Unterstützung, warnen sie, könnten selbst langjährige Träger ihre aktuellen Leistungen nicht aufrechterhalten.
Die Folgen der Reform sind bereits spürbar: Viele Krankenhäuser stehen vor Verkleinerung oder Schließung. Zwar gibt das Koalitionsversprechen, Standorte zu erhalten, etwas Hoffnung – doch kleinere und christlich getragene Häuser betonen, dass gezielte finanzielle Unterstützung unverzichtbar ist. Ihr Überleben, so ihr Argument, hänge davon ab, ob die Reform ihre besonderen Herausforderungen berücksichtigt.






