06 March 2026, 20:10

Brandenburg testet neues Modell für Apotheken-Notdienste mit längeren Einsatzzeiten

Eine Apothekenfiliale mit einem vor dem Gebäude geparkten Fahrzeug und einem Gebäude auf der linken Seite.

Brandenburg testet neues Modell für Apotheken-Notdienste mit längeren Einsatzzeiten

Pilotprojekt für Apotheken-Notdienste in Brandenburg startet mit Verspätung

Nach Verzögerungen, die den ursprünglichen Starttermin im Januar 2023 verschoben hatten, beginnt in Brandenburg nun ein neues Pilotprojekt für Apotheken-Notdienste. Das Modell läuft bis zum 31. Dezember und verlängert die Einsatzintervalle für Apotheker von bisher 13 auf 20 Tage. Branchenvertreter wie der Golzower Apotheker Peter Schmieder beobachten die Änderungen mit vorsichtigem Optimismus.

Laut der Landesapothekerkammer (LAK) sind Notdienste vor allem an Wochenenden stark nachgefragt. Im neuen System entfällt die bisherige Teilabdeckung – stattdessen übernehmen Apotheker seltener, aber dann vollständige Schichten. Schmieder, der bisher alle 13 Tage im Notdienst war, begrüßt die Entlastung.

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Finanziell soll sich der Einsatz künftig stärker lohnen: Bei einer Umsetzung der Reform könnte sich die Vergütung für Notdienste fast verdoppeln. Thomas Müller, Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium (BMG), bezeichnete die geplanten Bezüge sogar als "goldene Gehälter". Doch Schmieder warnt, dass Patienten künftig längere Anfahrtswege von bis zu 30 Minuten in Kauf nehmen müssten.

Sein Vorschlag: Notdienste direkt an Krankenhäuser anzubinden. Das wäre effizienter, als Patienten in dringenden Fällen durch ganze Städte fahren zu lassen.

Das Pilotprojekt soll prüfen, ob die 20-Tage-Rotation die Belastung für Apotheker verringert, ohne die Versorgung zu gefährden. Bei Erfolg könnten die Reformen höhere Löhne und eine nachhaltigere Arbeitsbelastung bringen. Die Testphase wird zeigen, ob die Änderungen den Spagat zwischen Erreichbarkeit und Machbarkeit schaffen.

Quelle