28 January 2026, 16:42

Brandenburg schafft Lehrerempfehlung ab – Noten entscheiden über Gymnasiumszugang

Ein detaillierter alter Stadtplan von Brandenburg, Deutschland, der Straßen, Gebäude, Parks und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Kein Abschlussbericht Grundschule - Landtag will Lehrern Entlastung verschaffen - Brandenburg schafft Lehrerempfehlung ab – Noten entscheiden über Gymnasiumszugang

Der Brandenburger Landtag hat Änderungen am Schulgesetz verabschiedet, die die bisher erforderliche Lehrerempfehlung für den Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium abschaffen. Stattdessen werden künftig Notendurchschnitte oder die Ergebnisse einer Aufnahmeprüfung über den Zugang entscheiden. Sowohl Befürworter als auch Kritiker der Reform haben bereits die möglichen Folgen für Schulen und Lehrkräfte diskutiert.

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Die Neuregelung sieht vor, dass Schülerinnen und Schüler künftig anhand eines gewichteten Notendurchschnitts für das Gymnasium qualifiziert werden. Reicht dieser nicht aus, bleibt die Möglichkeit, über eine bestandene Aufnahmeprüfung aufgenommen zu werden. Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) verteidigte die Reform mit dem Argument, sie gewährleiste sowohl hohe schulische Standards als auch die Wahlfreiheit der Eltern bei der Schulform.

Zusätzlich führt die Reform eine zusätzliche Wochenstunde für Brandenburgische Lehrkräfte ein, die ab dem zweiten Schulhalbjahr gilt. Im Gegenzug entfällt für sie die Pflicht, schriftliche Leistungsbeurteilungen zu verfassen – eine Maßnahme, die den Verwaltungsaufwand verringern soll. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Kristy Augustin, bezeichnete die Reform zwar als Schritt in die richtige Richtung, betonte jedoch, dass weitere Entlastungen für Lehrkräfte notwendig seien, um ihre Arbeitsbelastung spürbar zu senken.

Oppositionsparteien wie die AfD und die BSW kritisierten indes die Abschaffung der Lehrerempfehlungen. Sie warnten davor, dass die Umstellung zu einer Überbetonung von Noten und elterlichem Einfluss führen könnte – auf Kosten individueller Förderbedarfe der Schülerinnen und Schüler. Unabhängig davon äußerte der CDU-Fraktionsgeschäftsführer Dennis Hohloch Kritik an der Zusammenlegung der Fächer Gesellschaftswissenschaften (GeWi) und Naturwissenschaften (NaWi).

Lokale Schulträger hatten zuvor Bedenken geäußert, dass die steigenden Gymnasium-Anmeldungen an Kapazitätsgrenzen stoßen könnten. Die bildungspolitische Sprecherin der SPD, Katja Poschmann, unterstützte hingegen die Reformen und hob die größere Flexibilität hervor, die Schulen nun bei der Gestaltung ihres Unterrichts hätten.

Die neuen Regelungen treten mit sofortiger Wirkung in Kraft und umfassen Anpassungen bei den Unterrichtsstunden sowie den Aufnahmeverfahren. Künftig werden Noten und Prüfungsergebnisse stärker über den Zugang zum Gymnasium entscheiden. Gleichzeitig steigt die Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte leicht – ausgeglichen durch weniger bürokratischen Aufwand.