BOS-Funk stößt an Grenzen – kann 5G die Rettungskräfte retten?
Deutschlands Rettungsdienste setzen auf BOS-Funk für kritische Kommunikation – doch das System kommt an seine Grenzen
Die deutschen Einsatzkräfte sind auf den BOS-Funk (Behörden- und Organisationsfunk) für ihre lebenswichtige Kommunikation angewiesen, doch das System genügt den modernen Anforderungen kaum noch. Mit Datenraten von nur 4.800 Bit pro Sekunde bleibt das aktuelle Netz weit hinter den heutigen Erfordernissen zurück. Nun testen große Telekommunikationsanbieter 5G-Lösungen, um die veraltete Technologie abzulösen.
Das BOS-Funknetz, das von der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) verwaltet wird, sollte einst ältere Analogsysteme ersetzen. Doch die Einführung gestaltete sich schwierig – unter anderem, weil Einsatzfahrzeuge oft zwei separate Funkgeräte mitführen müssen. Anders als im Amateurfunk sind die BOS-Frequenzen ausschließlich zertifiziertem Personal vorbehalten, wobei die Übertragungen an bestimmte Geräte gebunden sind und nicht an individuelle Rufzeichen.
Viele Rettungskräfte greifen bereits auf private oder dienstliche Mobiltelefone zurück, um schneller kommunizieren zu können. Diese Praxis unterstreicht die Schwächen des bestehenden BDBOS-Netzes. Die Behörde hat zwar im Rahmen der KoMeT-Initiative Pläne für ein zukünftiges BOS-Breitbandnetz skizziert, doch konkrete Schritte – etwa Pilotprojekte für ein eigenständig betriebenes Kernnetz – bleiben vage.
Telekommunikationsunternehmen springen in die Bresche: o2-Telefónica demonstrierte kürzlich eine flächendeckende 5G-Versorgung für Einsatzkräfte und bewies damit, dass öffentliche Netze auch sicherheitskritische Aufgaben bewältigen können. Deutsche Telekom geht mit dem T-Mission-Projekt noch einen Schritt weiter und bietet eine abgeschirmte 5G-Netzwerk-Slice speziell für die Notfallkommunikation an. Fachleute sind sich einig: Moderne 4G- und 5G-Netze können die nötige Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit für Rettungskräfte liefern.
Der Wandel hin zu 5G-basierten Lösungen markiert einen Wendepunkt für die deutsche Notfallkommunikation. Mit höheren Datenraten und besserer Abdeckung könnten diese Netze das überalterte BOS-System ersetzen. Nun hängt der nächste Schritt davon ab, ob die Behörden auf die Innovationen der Telekommunikationsbranche setzen oder eigene Breitband-Aufrüstungen vorantreiben.






