Betrügerische Deutschprüfungen: Wie Migranten gegen Geld ihre Einbürgerungstests fälschten
Jonas HofmannBetrug bei deutschen und Einbürgerungstests: Mehrere Festnahmen - Betrügerische Deutschprüfungen: Wie Migranten gegen Geld ihre Einbürgerungstests fälschten
Die Nürnberger Polizei hat einen großangelegten Betrug bei Deutschprüfungen und Einbürgerungstests aufgedeckt. Dabei ließen sich Migranten gegen Bezahlung von muttersprachlichen Personen vertreten, die die Prüfungen für sie ablegten. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Netzwerk weit über einen einzelnen Standort hinausreicht.
Aufgeflogen ist der Schwindel, nachdem im Januar ein 22-jähriger Deutscher festgenommen wurde, als er versucht hatte, eine Prüfung für einen anderen Migranten abzulegen. Schon Monate zuvor, im Dezember, waren in einer Sprachschule in Nordrhein-Westfalen zehn Personen als Prüfungsersatz erwischt worden.
Die Teilnehmer zahlten zwischen 2.500 und 6.000 Euro pro gefälschter Prüfung. Die Betrüger nutzten gefälschte Dokumente mit eigenen Fotos, aber den persönlichen Daten der eigentlichen Prüfungsteilnehmer. Die Prüfer stellten ahnungslos echte Zertifikate aus, die anschließend für Aufenthaltsgenehmigungen oder die Einbürgerung verwendet wurden.
Als Hauptverdächtiger gilt ein 39-jähriger Iraker, der sich derzeit in Untersuchungshaft befindet, während die Ermittlungen andauern. Die Behörden rechnen mit Dutzenden weiteren Fällen im Zusammenhang mit dem Betrugsring in ganz Deutschland.
Die laufenden Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Netzwerk größer ist als zunächst angenommen. Beamte prüfen nun Prüfungsunterlagen, um weitere Täuschungsfälle zu identifizieren. Der Fall zeigt Schwachstellen im Sprachtestsystem auf, das für Aufenthalts- und Einbürgerungsanträge genutzt wird.






