BBC-Zensurvorwurf: Warum die Monkhouse-Witze plötzlich tabu sind
Eine Folge der Sendung "Die Reparaturwerkstatt" (Originaltitel: The Repair Shop), in der die Restaurierung der handschriftlichen Witzesammlungen von Bob Monkhouse gezeigt werden sollte, wurde nach dem Einspruch eines Produktionsmitarbeiters, der einen der Witze als sexistisch einstuft, kurzfristig aus dem Programm genommen. Die gemeinsam vom Team der Sendung getroffene Entscheidung löste in britischen Medien und auf sozialen Plattformen eine Welle der Kritik aus.
Im entfernten Segment sollten ursprünglich Monkhouses Adoptivtochter Abigail Williams sowie sein langjähriger Schreibpartner Colin Edmond zu Wort kommen.
Im Mittelpunkt der Kontroverse steht ein Witz aus Monkhouses Notizbüchern der 1960er-Jahre, den ein Mitarbeiter der Fernsehproduktion als unangemessen meldete. Die Bücher, gefüllt mit tausenden handschriftlichen Witzen, Karikaturen und Skizzen, hatte der Komiker von den frühen 1960er-Jahren bis zu seinem Tod 2003 angelegt.
Die Produktionsfirma Ricochet, die hinter "Die Reparaturwerkstatt" steht, erklärte, die Auswahl der vorgestellten Gegenstände sei ein routinemäßiger Teil des Schnittprozesses. Die BBC unterstützte die Entscheidung und verwies auf die Rücksichtnahme auf alle Zuschauer.
Seit Bekanntwerden des Vorfalls Anfang 2026 fällt die öffentliche Reaktion überwiegend negativ aus. Medien wie der Telegraph und die Daily Mail bezeichneten den Schritt als kulturellen Vandalismus und Zensur. In den sozialen Netzwerken kursierten Hashtags wie #BringtMonkhouseZurück und #BBCCancelCulture, mit über 150.000 Beiträgen, die die Wiederausstrahlung der Folge forderten. Viele warfen der BBC vor, moderne Empfindlichkeiten über die Bewahrung des komödiantischen Erbes zu stellen.
Trotz des massiven Gegenwinds bleibt die gestrichene Folge vorerst abgesagt. Monkhouses Witzesammlungen, ein persönliches Archiv seiner jahrzehntelangen Karriere, sollten eigentlich in der Sendung restauriert werden. Die Debatte wirft grundsätzliche Fragen zum Spannungsfeld zwischen historischer Bewahrung und zeitgemäßen Standards im Rundfunk auf.






