Bahnstrecke Hamburg–Berlin: Nach sechs Wochen Verzögerung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Jonas HofmannBahnstrecke Hamburg–Berlin: Nach sechs Wochen Verzögerung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach sechs Wochen Verspätung wieder in Betrieb
Die Eisenbahnverbindung zwischen Hamburg und Berlin ist nach einer sechswöchigen Verzögerung wiedereröffnet worden. Die Modernisierung ist Teil eines umfassenden Plans, Dutzende Strecken in ganz Deutschland bis Mitte der 2030er-Jahre auf den neuesten Stand zu bringen. Doch kaum hatte der Betrieb wieder aufgenommen, traten bereits Probleme auf.
Eigentlich sollte die Strecke früher wieder in Betrieb gehen, doch ein strenger Winter verzögerte die Arbeiten. Lang anhaltender Frost behinderte die Bauarbeiten und verschob die Wiedereröffnung auf Mitte Juni. Auch die Kosten explodierten: Statt der ursprünglich veranschlagten 2,2 Milliarden Euro belaufen sie sich nun auf etwa 2,7 Milliarden. Ein zusätzlicher Puffer von 300 Millionen Euro wurde aufgrund der Verzögerungen vollständig aufgebraucht.
Bei der Wiederinbetriebnahme fielen Aufzüge aus, und Züge fielen aus dem Takt. Das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) konnte nicht wie geplant installiert werden. Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Hamburg und Berlin sind daher weiterhin auf das ältere LZB-System angewiesen. Für die vollständige Einführung von ETCS wird eine weitere längere Sperrung notwendig sein.
Das Projekt steht wegen der langen Sperrzeiten und der stark gestiegenen Kosten in der Kritik. Branchenvertreter hinterfragen die Effizienz solcher groß angelegter Sanierungen.
Die Strecke Hamburg–Berlin ist zwar nun wieder befahrbar, doch einige Probleme sind noch nicht gelöst. Weitere Arbeiten werden nötig sein, um das ETCS-System nachzurüsten. Die Gesamtkosten belaufen sich mittlerweile auf rund 2,7 Milliarden Euro – zusätzliche Mittel stehen derzeit nicht zur Verfügung.
