05 March 2026, 20:08

Baden-Württembergs Zukunftswahl: Wer führt den Wirtschaftsmotor nach Kretschmanns Ära?

Ein detailliertes altes Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke und Text, der die Stadtinformationen bereitstellt.

Baden-Württembergs Zukunftswahl: Wer führt den Wirtschaftsmotor nach Kretschmanns Ära?

Baden-Württemberg bereitet sich auf eine richtungsweisende Wahl am 8. März vor, bei der die Wähler ein neues Landesparlament bestimmen. Die Abstimmung markiert das Ende von 15 Jahren unter dem grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann – ein neuer Regierungschef steht damit fest. Sechs Hauptkandidaten – Cem Özdemir (Grüne), Manuel Hagel (CDU), Andreas Stoch (SPD), Hans-Ulrich Rülke (FDP), Markus Frohnmaier (AfD) sowie ein Trio der Linken – buhlen um Einfluss in der als Deutschlands "Wirtschaftsmotor" geltenden Region. Mit 11,2 Millionen Einwohnern und einer starken exportorientierten Industrie ist das Land von zentraler Bedeutung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Wahl findet in einer wirtschaftlich schwierigen Phase statt. Die Arbeitslosigkeit im Land stieg von 3,9 Prozent im Januar 2023 auf 4,8 Prozent im Januar 2026 – zwar unter dem Bundesdurchschnitt, doch ein Zeichen für die Belastung wichtiger Branchen. Allein die Automobilindustrie, die mit schwacher Nachfrage nach Elektrofahrzeugen kämpft, hat bis 2030 den Abbau von 14.000 Stellen angekündigt. Die Insolvenzen nahmen 2024 um 30 Prozent zu. Zwar haben Arbeitsplatzsicherung und Kurzarbeit die Folgen abgemildert, doch der Druck bleibt bestehen.

Die Verkehrspolitik ist zum zentralen Wahlkampfthema geworden. Während CDU, FDP und AfD auf Investitionen in Auto- und Luftverkehr setzen, priorisieren Grüne, SPD und Linke Schiene und öffentlichen Nahverkehr. Im CDU-Wahlprogramm dominieren Auto und Straßenbau, doch auch die Luftfahrt wird als "zukunftsorientiert" bezeichnet. Die FDP stellt mit neun Forderungen zur Luftfahrt die meisten branchenbezogenen Punkte aller Parteien. Die SPD ist die einzige Kraft mit einer klaren landesweiten Luftfahrtstrategie und strebt bis 2040 Treibhausgasneutralität an.

Der Flughafen Stuttgart, der größte des Landes, befindet sich zu 65 Prozent in Landesbesitz und zu 35 Prozent in städtischer Hand. Seine künftige Ausrichtung hängt von der nach der Wahl gebildeten Koalition ab. Angesichts konkurrierender Visionen wird das Wahlergebnis entscheiden, wie die Region Wirtschaftswachstum, industriellen Wandel und Nachhaltigkeit in Einklang bringt.

Nach dem 8. März wird die neue Regierung den Kurs Baden-Württembergs in Luftfahrt, Verkehr und wirtschaftlicher Erholung bestimmen. Die Prioritäten der Koalition werden zeigen, ob das Land auf den Ausbau von Straßen- und Luftverkehrsinfrastruktur setzt oder die Verlagerung auf Schiene und klimafreundlichere Politik beschleunigt. Das Ergebnis wird auch Aufschluss darüber geben, wie sich die Region den industriellen Herausforderungen stellt und gleichzeitig ihre Rolle als führender Exportstandort Deutschlands behauptet.

Quelle