Apothekensterben in Deutschland: Warum die Versorgung trotzdem gesichert bleibt
Apothekensterben in Deutschland: Warum die Versorgung trotzdem gesichert bleibt
Deutsche Krankenkassen entkräften Bedenken wegen Apothekensterben und Arzneimittelversorgung
Neue Studien zeigen, dass die Bürger in Deutschland trotz eines Rückgangs fußläufig erreichbarer Apotheken weiterhin schnell mit dem Auto eine Apotheke erreichen können. Die Erkenntnisse basieren auf Datenanalysen der Barmer sowie einem vom GKV-Spitzenverband in Auftrag gegebenen Bericht des Iges-Instituts.
Zwischen 2020 und 2025 entwickelte sich die Zahl der Apotheken in Deutschland ungleichmäßig: In städtischen und zentralen Gebieten gab es einen leichten Anstieg von etwa 15.500 auf 15.700, während ländliche Regionen etwa 3 bis 5 Prozent ihrer Apotheken verloren. Offizielle Zahlen verzeichnen bundesweit rund 1.200 Schließungen seit 2020 – 60 Prozent davon in ländlichen Gebieten –, während gleichzeitig 900 neue Apotheken eröffnet wurden, vor allem in Städten.
Durch die Schließungen leben nun etwa eine halbe Million Menschen nicht mehr in Gehweite einer Apotheke – also innerhalb von fünf Minuten. Weitere 1,7 Millionen (2 Prozent der Bevölkerung) können eine Apotheke nicht mehr innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreichen, ein Service, der ihnen 2020 noch zur Verfügung stand. Dennoch sank der Anteil derer, die eine Apotheke innerhalb von fünf Minuten zu Fuß erreichen können, nur leicht von 6 auf 5,3 Prozent. 41,6 Prozent der Bevölkerung haben weiterhin eine Apotheke in maximal 15 Minuten Gehentfernung.
Die Erreichbarkeit mit dem Auto bleibt hingegen nahezu unverändert gut: 2025 können 99,9 Prozent der Deutschen eine Apotheke in 15 Minuten oder weniger mit dem Auto erreichen – ein Rückgang um nur 0,6 Prozentpunkte seit 2020. Lediglich 73.000 Menschen (0,1 Prozent der Bevölkerung) leben nun außerhalb einer 15-minütigen Autofahrt, 10.000 mehr als 2020. Die Studie weist zudem darauf hin, dass fast zwei Drittel der Arztpraxen eine Apotheke in zehn Minuten Gehweite haben und über 90 Prozent mit dem Auto in fünf Minuten oder weniger erreichbar sind.
Der GKV-Spitzenverband führt die Schließungen vor allem auf Wettbewerbsdruck und lokale Marktbedingungen zurück, nicht auf flächendeckende Versorgungsprobleme. Als Reaktion schlägt er Reformen bei der Vergütung von Apotheken vor, darunter niedrigere Festbeträge für Apotheken mit hohem Umsatz und höhere Sätze für solche mit geringeren Verkaufszahlen. Ziel ist es, die landesweite Versorgungssicherheit zu erhalten.
Die Daten deuten darauf hin, dass zwar in einigen ländlichen Regionen die fußläufige Erreichbarkeit von Apotheken abgenommen hat, die Versorgung über das Auto jedoch weiterhin die meisten Lücken schließt. Die vom GKV-Spitzenverband vorgeschlagenen Reformen zielen auf finanzielle Anpassungen ab, um wirtschaftlich schwächer gestellte Apotheken zu stützen. Aktuell hat die überwiegende Mehrheit der Deutschen weiterhin schnellen Zugang zu Medikamenten – zumindest mit dem Auto.
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