Antisemitismus-Beauftragter der Linken in Brandenburg tritt nach internen Konflikten zurück
Jonas HofmannBrandenburg Left Regrets Departure of Büttner - Antisemitismus-Beauftragter der Linken in Brandenburg tritt nach internen Konflikten zurück
Andreas Büttner ist als Antisemitismus-Beauftragter der Linken in Brandenburg zurückgetreten. Sein Rücktritt folgt anhaltenden Streitigkeiten über den Umgang der Partei mit Antisemitismus sowie einem persönlichen Angriff, dem er Anfang dieses Jahres ausgesetzt war. Die Landesvorsitzende Katharina Slanina verurteilte zwar den Vorfall, verteidigte jedoch die Bilanz der Partei im Kampf gegen Vorurteile.
Büttner gab seinen Rücktritt bekannt, nachdem er die Reaktion der Linken auf Antisemitismus in den eigenen Reihen scharf kritisiert hatte. Er warf der Organisation vor, keine klare Haltung einzunehmen, und verwies auf Verzögerungen bei der Aufarbeitung des Angriffs auf ihn im Januar. Laut Büttner habe die Partei drei Tage gebraucht, um zu reagieren – eine Darstellung, die der Landesverband später zurückwies und betonte, man habe umgehend gehandelt.
In seinem Rücktrittsschreiben nannte Büttner zudem laufende Parteiausschlussverfahren und persönliche Anfeindungen als zentrale Gründe für seinen Schritt. Zuvor hatte er bereits die inkonsistente Haltung der Linken gegenüber Antisemitismus kritisiert und argumentiert, dass die Partei besonders dann in die Defensive gerate, wenn Kritik an israelischer Politik mit antisemitischer Rhetorik vermischt werde.
Die Linke steht seit 2021 wiederholt wegen Antisemitismus-Vorfällen in der Kritik. Interne Konflikte drehten sich etwa um Anträge zur Verurteilung von Vorurteilen, Ermittlungen gegen Abgeordnete wie Andrej Hunko wegen Äußerungen zu Israel sowie öffentliche Eingeständnisse, dass Antisemitismus ein fortbestehendes Problem sei. Kritiker monieren jedoch, dass die Maßnahmen der Partei unzureichend und uneinheitlich blieben.
Der Landesgeschäftsführer Stefan Wollenberg wies Büttners Vorwürfe zurück und betonte, die Partei stehe zu ihren bestehenden Beschlüssen gegen Antisemitismus. Gleichzeitig würdigte er Büttners langjähriges Engagement für die Sache. Der brandenburgische Landesverband bedauerte seinen Rücktritt "zutiefst", während Slanina ihre Verurteilung des Angriffs auf ihn wiederholte.
Büttners Rückzug stellt die Linke vor erneute Fragen zu ihrem Umgang mit Antisemitismus. Sein Rücktritt unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Mitgliedern, die konsequentere Schritte fordern, und denen, die die aktuelle Linie der Partei verteidigen. Der Landesverband in Brandenburg muss nun zeigen, wie er diese Herausforderungen in Zukunft angehen will.






