Antidiskriminierungsberatung in Brandenburg schließt nach Förderstopp ihre Türen
Jonas HofmannAntidiskriminierungsberatung in Brandenburg schließt nach Förderstopp ihre Türen
Antidiskriminierungsberatung Brandenburg stellt nach Streichung der Förderung den Betrieb ein
Die Antidiskriminierungsberatung Brandenburg (ADB) hat ihre Arbeit eingestellt, nachdem ihr die finanzielle Grundlage entzogen wurde. Die Schließung folgt auf Kürzungen bei einem Bundesprogramm, das die Einrichtung bisher unterstützt hatte. Allein im vergangenen Jahr half der Dienst 1.248 Menschen, die mit Diskriminierung jeglicher Art konfrontiert waren.
Die ADB war auf Mittel aus dem Bundesprogramm "Respekt.Land" angewiesen, das im Rahmen der jüngsten Haushaltsverhandlungen gestrichen wurde. Ohne diese Förderung konnte die Beratungsstelle – betrieben von vier hauptamtlichen Mitarbeitenden – ihren Betrieb nicht aufrechterhalten. Zu ihren Aufgaben gehörten die Beratung von Betroffenen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), aufsuchende Sozialarbeit sowie die Unterstützung von Unternehmen bei der Umsetzung fairer Praktiken für Beschäftigte und Kundschaft.
Das Brandenburger Ministerium für Soziales hat zwar 25.000 Euro für 2026 zugesagt – jedoch nur unter der Bedingung, dass zusätzliche Bundesmittel fließen. Die Linke fordert, dass das Sozialministerium die vollen 300.000 Euro, die für eine Wiedereröffnung im nächsten Jahr nötig wären, selbst aufbringt.
Kritik an der Art und Weise der Schließung wird immer lauter. Die Opferberatungsstelle Opferperspektive wirft der Brandenburger Staatskanzlei vor, ihre Schreiben ignoriert und eine Petition zur Zukunft der ADB nicht entgegengenommen zu haben. Judith Porath, Geschäftsführerin der Organisation, warnte, dass Betroffene rassistischer Diskriminierung nun ganz darauf verzichten könnten, Hilfe zu suchen.
Mit der Schließung der ADB verlieren diskriminierte Menschen eine zentrale Anlaufstelle. Zwar hat das Land begrenzte Mittel bereitgestellt, doch die Zukunft der Beratungsstelle hängt von noch ausstehenden Entscheidungen ab. Ohne weitere Schritte bleibt die Lücke in der Beratung und Unterstützung vorerst bestehen.






