30 March 2026, 16:16

Anna Netrebkos umstrittene Rückkehr an die Berliner Staatsoper entzweit Publikum

Gemälde mit dem Titel 'Die Oper' (1856), das eine Gruppe von Darstellern auf der Bühne mit Instrumenten und Sitzgelegenheiten vor einem Publikum und einer Wand zeigt.

Anna Netrebkos umstrittene Rückkehr an die Berliner Staatsoper entzweit Publikum

An der Berliner Staatsoper Unter den Linden feierte am Freitag eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle. Die Vorstellung markierte ihre Rückkehr an das Haus, begleitet von anhaltenden Kontroversen über ihre früheren Verbindungen zu Russland. Vor dem Operngebäude versammelten sich derweil Demonstranten, um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen.

Die fast dreistündige Produktion von Giuseppe Verdis Un ballo in maschera zeigte Netrebko in der Rolle der Amelia. Regisseur Rafael R. Villalobos integrierte Elemente der queeren Ballroom-Kultur sowie Anspielungen auf die AIDS-Krise in bestimmte Szenen. Die Aufführung endete mit starkem Applaus für Ensemble und Musiker, doch es gab auch vereinzelt Buhrufe aus dem Publikum.

Rund 50 Protestierende schwenkten vor der Oper ukrainische Flaggen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, steht seit Langem in der Kritik wegen ihrer angeblichen Nähe zu Russlands Präsident Wladimir Putin und früherer Auftritte in Russland. Im Premierenpublikum erhielt sie jedoch begeisterten Beifall von vielen Zuhörern.

Intendantin Elisabeth Sobotka betonte, Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 nicht dorthin zurückgekehrt. Ihr letzter Auftritt an der Staatsoper vor dem Krieg hatte bereits zu Boykottaufrufen und Absagen geführt. 2024 kehrte die Sängerin an große deutsche Bühnen zurück, darunter die Hamburger Staatsoper und Münchens Nationaltheater – und entfachte damit erneut die Debatte über die Trennung von Kunst und Politik.

Die Premiere fand vor dem Hintergrund gespaltenen Meinungen statt: Während Teile des Publikums Netrebkos Darstellung feierten, protestierten andere gegen ihre Präsenz. Die Entscheidung der Staatsoper, sie zu engagieren, spiegelt die anhaltende Diskussion über Künstler mit politisch belasteter Vergangenheit wider.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle