Alice Schwarzer warnt vor AfD-Rückschritten und lobt Merkels feministisches Erbe
Clara HartmannAlice Schwarzer warnt vor AfD-Rückschritten und lobt Merkels feministisches Erbe
Alice Schwarzer, eine der bekanntesten feministischen Stimmen Deutschlands, hat sich zum Wandel der politischen Landschaft des Landes geäußert. Ihre Aussagen konzentrieren sich auf den Aufstieg der rechtspopulistischen AfD, das Erbe von Angela Merkel und Kritik an der Außenpolitik von Annalena Baerbock.
Schwarzer warnt davor, dass konservative Kräfte die in den letzten Jahrzehnten erzielten Fortschritte in der Gleichberechtigung gefährden könnten.
Besonders lobend äußerte sie sich über die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ihrer Meinung nach das Bild von Frauen in Machtpositionen nachhaltig geprägt habe. In einer Anekdote erinnerte Schwarzer daran, wie Mädchen statt eines Schneemanns eine "Schnee-Merkel" bauten – ein Zeichen dafür, wie Merkels Führung zur kulturellen Selbstverständlichkeit wurde. Laut Schwarzer habe Merkels lange Amtszeit dazu beigetragen, weibliche Autorität in der Politik zu normalisieren.
Zu den aktuellen Herausforderungen sagte Schwarzer, sie sehe die wachsende Einflussnahme der AfD mit Sorge. Die Partei stehe mit ihren konservativen Werten für eine Rückabwicklung feministischen Errungenschaften, so ihre Kritik. Gleichzeitig räumte sie ein, dass eine mögliche Kanzlerschaft der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel paradoxerweise die Vorstellung stärken könnte, dass Frauen selbstverständlich an der politischen Spitze stehen gehören.
Kritik übte Schwarzer auch an Annalena Baerbock, der ehemaligen Außenministerin. Die Feministin warf Baerbock vor, trotz ihres Versprechens einer "feministischen Außenpolitik" Frauen in Krisenregionen wie dem Iran oder Afghanistan nicht ausreichend unterstützt zu haben. Die uneingelösten Zusagen hätten schutzbedürftige Frauen im Stich gelassen, so Schwarzer.
Ihre Aussagen spiegeln sowohl die unter Merkels Führung erreichten Fortschritte wider als auch die potenziellen Rückschläge durch den Aufstieg konservativer Strömungen. Schwarzer betont, wie wichtig eine starke weibliche Repräsentation in der Politik bleibt – selbst wenn die dahinterstehende Ideologie unterschiedlich ausfällt. Ihre Kritik an Baerbock unterstreicht dabei die Kluft zwischen politischen Ankündigungen und deren tatsächlicher Wirkung.






