AfD zerrissen: Machtkampf um Russland, USA und die Zukunft der Partei
Luisa HartmannAfD zerrissen: Machtkampf um Russland, USA und die Zukunft der Partei
Ein erbitterter Streit über die Außenpolitik reißt die rechtspopulistische AfD in Deutschland entzwei. Die inneren Spannungen sind erneut aufgeflammt – diesmal geht es um das Verhältnis zu den USA und zu Russland. Der Konflikt spaltet die Parteiführung und die Basis: Während die einen engere Bindungen an Washington befürworten, fordern andere einen Bruch mit den westlichen Bündnissen.
Die jüngste Auseinandersetzung ist der vorläufige Höhepunkt jahrelanger Zerwürfnisse. Figuren wie der Europaabgeordnete Maximilian Krah und der Verteidigungsexperte Rüdiger Lucassen stellen sich offen gegen den prorussischen Flügel der Partei. Gleichzeitig ringt die Führung mit den Folgen umstrittener Vorstöße wie dem Remigrations-Plan von Martin Sellner, einem engen Verbündeten der AfD.
Die Gräben vertieften sich, als AfD-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla den Abzug der US-Truppen aus Deutschland bis 2026 forderte. Krah, Mitglied des Bundestags, widersprach öffentlich und betonte, Deutschland brauche "starke Partner". Seine Haltung offenbart die Zerrissenheit der Partei: Ein Flügel setzt auf eine Annäherung an die USA, der andere lehnt die amerikanische Militärpräsenz ab.
Die Außenpolitik ist seit Langem ein Zankapfel. Noch 2026 kritisierte Chrupalla den damaligen US-Präsidenten Donald Trump für seine Eskalation im Iran-Konflikt und warnte vor einem möglichen globalen Flächenbrand. Doch bereits während der Iran-Krise hatte der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck eine pramerikanische Pressemitteilung ausgearbeitet – nur um von den Parteichefs Alice Weidel und Chrupalla an der Veröffentlichung gehindert zu werden.
Auch Rüdiger Lucassen, verteidigungspolitischer Sprecher der AfD, gerät unter Druck. Er wirft dem prorussischen Flügel um Björn Höcke vor, ihn wegen seiner Unterstützung für die westlichen Bündnisse aus der Partei drängen zu wollen. Lucassens Widerstand gegen Höckes Kurs hat ihn innerhalb der AfD zur Zielscheibe gemacht.
Doch die Probleme der Partei beschränken sich nicht auf die Außenpolitik. Krah argumentiert, dass die radikalen Positionen der AfD – darunter Sellners Remigrations-Vorstoß – die politische Isolation der Partei noch verstärken. Dennoch gelingt es der Führung nicht, sich glaubwürdig von solchen Kontroversen zu distanzieren. Die Partei bleibt zersplittert und steht unter Beobachtung.
Die AfD steckt weiterhin in einem inneren Machtkampf fest, wobei die Außenpolitik die tiefen Spaltungen offenlegt. Führungspersönlichkeiten wie Chrupalla und Weidel scheitern bisher daran, die Partei in der Haltung zu den USA und Russland zu einen. Solange die Streitigkeiten anhalten, deutet vieles darauf hin, dass die Folgen von Sellners Plänen und Krahs Warnungen die politische Zukunft der AfD prägen werden.






