AfD-Skandal: Angehörige von Politikern in Bundestagsbüros beschäftigt – und die Partei streitet
Theo MayerParlamentsjobs für Familienmitglieder? AfD-Chef sieht 'Geschmack' - AfD-Skandal: Angehörige von Politikern in Bundestagsbüros beschäftigt – und die Partei streitet
Eine Untersuchung hat aufgedeckt, dass mehrere Angehörige von AfD-Politikern in Sachsen-Anhalt in den Bundestagsbüros von Parteikollegen beschäftigt waren. Die von Frontal (ZDF) und Die Zeit veröffentlichten Erkenntnisse haben innerhalb der Partei selbst Kritik ausgelöst. AfD-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla räumte ein, dass die Praxis problematisch sei, auch wenn sie rechtlich einwandfrei sei.
Den Berichten zufolge waren mindestens vier AfD-Bundestagsabgeordnete in die Einstellung von Verwandten verwickelt. Thomas Korell beschäftigte demnach den Vater von Ulrich Siegmund, dem Spitzenkandidaten der Partei bei der Landtagswahl, sowie die Eltern von Matthias Büttner. Claudia Weiss stellte drei Geschwister von Tobias Rausch ein. Zwei weitere Fälle betrafen Angehörige von Jan Moldenhauer und Tobias Rausch.
Ulrich Siegmund verteidigte die Praxis und argumentierte, es sei logisch, vertraute Personen einzustellen, solange alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt würden. Er betonte, die Verträge seien rechtlich bindend und "makellos".
Chrupalla hingegen kritisierte das Vorgehen als "unappetitlich". Gleichzeitig wies er darauf hin, dass auch andere Parteien in der Vergangenheit ähnliche Einstellungspraktiken verfolgt hätten.
Die Enthüllungen haben interne Spannungen über die ethische Vertretbarkeit der Beschäftigung von Angehörigen in politischen Ämtern offengelegt. Zwar betont die AfD, dass die Verträge rechtmäßig seien, doch die Praxis steht zunehmend in der öffentlichen Kritik. Vor der anstehenden Landtagswahl sieht sich die Partei nun mit Fragen zu Transparenz und Rechenschaftspflicht konfrontiert.






