31 May 2026, 06:08

"36 Boys"-Gang: Wie Tim Raue die brutalen Aufnahmerituale in Kreuzberg überlebte

Promi-Koch Raue: Mein ganzer K├Ârper schreit: Lauf, Lauf, Lauf!

"36 Boys"-Gang: Wie Tim Raue die brutalen Aufnahmerituale in Kreuzberg überlebte

Ein neues Buch enthüllt die brutalen Aufnahmerituale der Berliner „36 Boys“-Gang in den 1990er-Jahren. Der Journalist Paul Christoph Gäbler dokumentiert die Erlebnisse des ehemaligen Mitglieds Tim Raue, der sich als Teenager der Gruppe anschloss. Raues Schilderungen werfen ein Licht auf die Gewalt und die Überlebensinstinkte, die das Leben auf den Straßen Kreuzbergs damals prägten.

Tim Raue stieg zwischen 14 und 16 Jahren bei den „36 Boys“ ein. Die Gang bildete sich aus dem Bedürfnis nach Anerkennung und Zugehörigkeit. Um sich zu beweisen, mussten Neulinge eine harte Prüfung bestehen: einen dreiminütigen Kampf gegen zwei bestehende Mitglieder.

Raues eigene Aufnahme endete nach weniger als drei Minuten, als er überwältigt wurde. Trotz der Prügel weigerte er sich zu fliehen und erwarb sich so eine bleibende Narbe – und den Respekt der Gang. Später gab er zu, dass ihn die Angst oft zur Flucht drängte, er sie aber nie zeigte: Aufgeben kam nicht infrage.

Gewalt war in jenen Jahren in Kreuzberg allgegenwärtig. Die „36 Boys“ lieferten sich häufig blutige Auseinandersetzungen mit verfeindeten Gangs, oft im Verhältnis eins zu zwei unterlegen. Raue lehnt Gewalt heute ab, doch erkennt er die Denkweise an, die ihn als Teenager durchhielt.

Gäblers Buch hält ein ungeschöntes Kapitel der Berliner Vergangenheit fest – erzählt durch Raues Geschichte. Die „36 Boys“ sind längst verschwunden, doch ihr Erbe lebt in den Narben und Erinnerungen derer weiter, die es erlebten. Raues Bericht bietet einen authentischen Einblick in die Zwänge und Gefahren, denen junge Menschen in Kreuzbergs Gang-Kultur ausgesetzt waren.

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