22.000 protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt und fordern Gerechtigkeit
Clara Hartmann22.000 protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt und fordern Gerechtigkeit
Machtvolle Proteste gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg
Am Wochenende fand in Hamburg eine große Demonstration gegen sexualisierte Gewalt statt. Tausende versammelten sich, um Gerechtigkeit für Betroffene zu fordern. Nur wenige Tage, nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes ihren Ex-Mann öffentlich der Misshandlung bezichtigt hatte, hielt sie eine bewegende Rede.
Fernandes betrat die Bühne in einer schusssicheren Weste – ein Zeichen für die Todesdrohungen, die sie nach ihren Enthüllungen erhalten hatte. Sichtlich mitgenommen erklärte sie der Menge, dass Männer ihr mit dem Tod gedroht hätten – eine Realität, die viele Frauen zum Schweigen bringe. In ihrer Rede forderte sie ein Ende der Kultur des Schweigens und eine konsequente Aufarbeitung der Taten.
Auch andere Frauen auf der Kundgebung berichteten von ihren eigenen Gewalterfahrungen und betonten, wie verbreitet das Problem nach wie vor ist. Die Menge skandierte im Chor: "Wir wollen alle dasselbe – die Arschlöcher in die Elbe werfen!". Mit erhobenen Fäusten und kämpferischen Parolen endete die Demonstration – ein Symbol für die Solidarität unter den Betroffenen.
Die Veranstalter schätzten die Teilnehmerzahl auf 22.000, die Polizei sprach von 17.000. Bereits in Berlin hatte die Aktivistin Luisa Neubauer zuvor gefragt, was noch geschehen müsse, damit sich der Bundeskanzler öffentlich hinter die Betroffenen stelle. Die Proteste spiegeln die wachsende Frustration über die systemischen Versäumnisse im Umgang mit sexualisierter Gewalt wider.
Die Hamburger Kundgebung ist ein weiterer Höhepunkt in einer Welle bundesweiter Proteste. Betroffene und Unterstützer:innen fordern weiterhin Konsequenzen und Veränderung. In den kommenden Wochen sind weitere Demonstrationen in Köln und München geplant.






