1,9 Millionen Euro aus Kemptener Parkuhren gestohlen – jahrelanger Betrug fliegt auf
Theo Mayer1,9 Millionen Euro aus Kemptener Parkuhren gestohlen – jahrelanger Betrug fliegt auf
In Kempten hat ein Prozess um den Diebstahl von fast 1,9 Millionen Euro aus städtischen Parkuhren begonnen. Im Zentrum des Falls stehen ein 40-jähriger kommunaler Mitarbeiter und seine 38-jährige Ehefrau, die den Betrug über ein Jahrzehnt hinweg begangen haben sollen. Beide befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft, während das Verfahren läuft.
Das System begann etwa 2015, als der Stadtangestellte damit anfing, Münzen aus den Parkuhren abzuzweigen. Zehn Jahre lang entleerte er die Automaten systematisch und steckte das Bargeld ein, ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Seine Frau wusch das Geld anschließend, indem sie es auf Konten einzahlte oder gegen Geschenkgutscheine eintauschte.
Erst im November 2025 flog der Betrug auf, nachdem eine Bank ungewöhnliche Kontenbewegungen gemeldet hatte. Kurz darauf wurden das Ehepaar festgenommen und alle Parkuhren-Schlösser vorsorglich ausgetauscht. Zudem wurden die Wartungsaufgaben an ein externes Unternehmen übertragen, um weiteren Missbrauch zu verhindern.
Die Staatsanwaltschaft fordert nun die vollständige Einziehung der gestohlenen Gelder. Der Prozess dauert an, beide Angeklagten sitzen seit ihrer Festnahme in Haft.
Der Fall hat gravierende Schwachstellen im Parkgebührensystem der Stadt Kempten offenbart. Nach den Verhaftungen wurden umgehend Maßnahmen ergriffen, um die Parkuhren zu sichern und ihre Wartung auszulagern. Das Gericht wird entscheiden, ob das Ehepaar die gesamten 1,9 Millionen Euro, die es illegal erwirtschaftet hat, zurückerstatten muss.






