18-Jährige aus Afghanistan droht Abschiebung trotz lokaler Integration in der Uckermark
Jonas HofmannKritik an der Abschiebungsdrohung für junge afghanische Frau - 18-Jährige aus Afghanistan droht Abschiebung trotz lokaler Integration in der Uckermark
Eine 18-jährige afghanische Frau in der Uckermark droht die Abschiebung, nachdem ihr Folgeasylantrag abgelehnt wurde. Die SPD-Politikerin Annemarie Wolff hat sich ihres Falls angenommen und argumentiert, die junge Frau sei mittlerweile ein fester Bestandteil der örtlichen Gemeinschaft. Der Streit um ihren Verbleib fällt in eine Phase grundlegender Veränderungen der deutschen Asylpolitik, in der die Schutzquoten für afghanische Antragstellende in den letzten Jahren deutlich gesunken sind.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte den Asylantrag der jungen Frau abgelehnt. Ursprünglich plante das Innenministerium, sie nach Griechenland abzuschieben, wo sie bereits einen geschützten Status besitzt. Konkrete Abschiebemaßnahmen stehen jedoch derzeit nicht an, da die zuständige Ausländerbehörde des Landes Brandenburg den Fall noch prüft.
Die SPD-Abgeordnete Annemarie Wolff hat sich öffentlich gegen die Entscheidung ausgesprochen. Sie betont, die Frau sei tief in der Uckermark verwurzelt und dürfe nicht abgeschoben werden. Wolff forderte zudem, bei Asylverfahren stärker auf Integrationsleistungen zu achten – solche Faktoren müssten künftig mehr Gewicht erhalten.
Hinter dem Einzelschicksal zeigt sich ein größerer Trend: Die Anerkennung von Asylanträgen afghanischer Schutzsuchender geht zurück. Zwischen 2024 und 2025 sank die Gesamt-Schutzquote für Afghanerinnen von 59,3 auf 37,5 Prozent. Frauen und Mädchen hatten aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs weiterhin höhere Anerkennungschancen (78,9 Prozent), während die Quote bei Männern auf unter 30 Prozent fiel. Bei unbegleiteten Minderjährigen war der Rückgang besonders drastisch – von 91,7 auf 56,9 Prozent. Trotz strengerer Prüfungen wurden jedoch 93 bis 96,7 Prozent der bereits bestehenden Schutzstatus bei Überprüfungen bestätigt.
Die Zukunft der jungen Frau bleibt ungewiss, während die Behörden ihren Fall prüfen. Sollte eine Abschiebung abgewendet werden, könnte sie ihr Leben in der Uckermark im Rahmen der bestehenden Integrationsförderung fortsetzen. Der übergeordnete Trend zeigt jedoch eine restriktivere Asylpolitik: Immer weniger Afghanerinnen erhalten Schutz – es sei denn, sie gehören zu besonders vulnerablen Gruppen.






