10-Euro-Eintritt für Gräfrather Marktfest: Senioren fühlen sich ausgeschlossen
Jonas Hofmann10-Euro-Eintritt für Gräfrather Marktfest: Senioren fühlen sich ausgeschlossen
Ein neuer Eintrittspreis von 10 Euro für das Gräfrather Marktfest sorgt für Kritik beim Solinger Seniorenbeirat. Die Arbeitsgruppe „Altersarmut“ des Gremiums warnt, dass die Gebühr viele ältere Bürger mit knappen Budgets ausschließen werde. Zum ersten Mal in seiner Geschichte ist das Fest nicht mehr kostenfrei zugänglich.
Der Beirat bemängelt, dass die Gebühr – von der lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden – ältere Menschen unzumutbar belaste. Viele Senioren in Solingen leben von kleinen, festen Einkommen, sodass selbst geringe Kosten schwer zu stemmen seien. Ein kostenloser Familientag am Sonntag helfe vor allem alleinlebenden Älteren kaum weiter, so die Beratergruppe.
Altersarmut ist in der Stadt längst keine Seltenheit mehr, und das Fest war für Menschen mit begrenztem Budget stets ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Der Beirat warnt, dass die Eintrittsgebühr den Charakter der Veranstaltung verändern könnte – weg von einem Gemeinschaftsfest hin zu einem Event, das sich nicht alle leisten können.
Die Veranstalter rechtfertigen die Gebühr mit steigenden Sicherheitskosten. Kritiker hingegen argumentieren, dass die Weitergabe dieser Kosten an die Besucher die soziale Ungleichheit verschärfen könnte. Der Seniorenbeirat fordert nun Alternativen wie gestaffelte Preise, Seniorenrabatte oder eine stärkere finanzielle Unterstützung durch die Stadt.
Die Debatte geht über das Fest hinaus und wirft die Frage auf, wer sich künftig noch an lokalen Veranstaltungen ohne finanzielle Belastung beteiligen kann. Viele fürchten, dass ohne Anpassungen die Tradition inklusiver Gemeinschaftsfeste verloren geht.
Der Seniorenbeirat fordert eine Überarbeitung der Preispolitik. Ohne Änderungen könnte die 10-Euro-Gebühr die ärmsten Solinger Bürger vom Fest fernhalten. Nun steht die Stadt vor der Entscheidung, ob sie eingreift, um die Veranstaltung für alle zugänglich zu halten.






